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Notwendigkeit berufsrehabilitativer Maßnahmen
Jährlich kann in Deutschland von ca. 500.000 neu auftretenden Hirnschädigungen ausgegangen werden (Kasten et al., 1998). Davon ist ein nicht unerheblicher Teil im erwerbsfähigen Alter.
Sofern die Schwere der Schädigung überhaupt eine Wiedereingliederung in den ersten Arbeitsmarkt zulässt, kommt der bisher ausgeübte Beruf für viele nicht mehr in Frage und eine Umschulung wird notwendig.
Im Rahmen berufsrehabilitativer Maßnahmen ist vor allem die kognitive Leistungsfähigkeit von entscheidender Bedeutung. Etablieren sich kognitive Beeinträchtigungen nach zerebraler Schädigung, kann jedoch der reibungslose Ablauf von Bildungsmaßnahmen gefährdet sein, da Störungen gerade in diesem Bereich erheblichen Einfluss auf die schulischen Leistungen haben können.
Wehman et al. (1995) stützen diese Annahme und nennen in einer Studie zur beruflichen Reintegration von Schädelhirntraumapatienten neuropsychologische Defizite als wesentlichen Einflussfaktor auf den Wiedereingliederungserfolg. Demnach ist der Wiedereintritt in das Berufsleben von Personen mit schweren kognitiven Beeinträchtigungen weit weniger wahrscheinlich als bei Personen mit leichteren kognitiven Dysfunktionen.
Da die Prävalenz neuropsychologischer Defizite in der beruflichen Rehabilitation hoch ist (Müller et al., 2007), sind für dieses Klientel Therapieaufgaben notwendig, die sich von herkömmlichen neuropsychologischen Rehabilitationsprogrammen durch einen höheren kognitiven Anspruch und die Berücksichtigung beruflicher Ausbildungsinhalte unterscheiden.
Übungen Aufmerksamkeit - BAUF
Zum Training stehen 5 Szenarien (Arbeitsgebiete) zur Verfügung.
Im Szenario „Poststelle“ ist es die Aufgabe, eingehende Post nach bestimmten Merkmalen alphabetisch zu sortieren. Diese Merkmale können Nachname oder Bestimmungsort sein. Zusätzlich sind einige Briefe mit einem roten Express-Aufkleber versehen. Diese sind in einem extra Fach („EILT") abzulegen.
Im Szenario „Rechnungen“ ist der Nutzer in der Rolle eines Mitarbeiters der Versandabteilung. Aufgabe ist es, eine Bestellung und die dazugehörige Rechnung zu vergleichen. Die Eintragungen in der Rechnung müssen genau denen der Bestellung entsprechen. In den Rechnungen sind jedoch Fehler enthalten. Diese sollen gefunden und markiert werden.
Im Szenario „Geschäftsbriefe“ ist der Nutzer Bürokaufmann in einem Unternehmen, in dessen Zuständigkeitsbereich das Schreiben der Geschäftskorrespondenz fällt. Dabei sind ihm jedoch Fehler unterlaufen. Diese sollen gefunden werden.
Im Szenario „Bewerbungen“ soll der Trainierende auf eine konkrete Stellenanzeige reagieren. Aus drei vorgefassten Bewerbungen muss die am Besten passende Bewerbung ausgewählt werden.
In jedem Szenario stehen 5 Schwierigkeitsgrade zur Verfügung.
Übungen Gedächtnis - GEDA
Das Verfahren trainiert Gedächtnisfunktionen auf relativ hohem Niveau. Genutzt werden Inhalte kaufmännischer Berufe.
Es sind zwei Szenarien aus dem Büroalltag zu bewältigen: Anrufbeantworter abhören und Gesprächsprotokolle verarbeiten.
Auf dem Anrufbeantworter werden dem Nutzer Ansagen, die verschiedene Personen hinterlassen haben, dargeboten. Aufgabe ist es, sich die Inhalte der Anrufe gut einzuprägen und anschließend Fragen dazu beantworten zu können.
Im Szenario Gesprächsprotokolle besteht die Aufgabe darin, dieses aufmerksam zu lesen und sich den Inhalt gut einzuprägen. Im Anschluss daran werden Fragen zu relevanten und irrelevanten Fakten des Protokolls gestellt.
In jedem Szenario stehen 5 Schwierigkeitsgrade zur Verfügung.
Übungen Exekutivfunktionen - EXFU
Fünf verschiedene Szenarien beinhalten Therapieaufgaben, die sich von herkömmlichen neuropsychologischen Rehabilitationsprogrammen durch einen höheren kognitiven Anspruch und die Berücksichtigung beruflicher Ausbildungsinhalte unterscheiden: Geschäftsbriefe und Bewerbungen, Textverständnis, Personalplanung, Terminplanung, Struktogramme.
Die Szenarien Geschäftsbriefe, Bewerbungen und Textverständnis entsprechen denen im Training "Übungen Aufmerksamkeit".
In den Szenarien Personalplanung und Terminplanung wird die Exekutivfunktion "Planen" trainiert.
In der Personalplanung ist an praxisnahen Beispielen der Schichtdienst mit mehreren Mitarbeitern zu planen, die Mitarbeiten sind in einen Schichtplan einzuordnen.
In der Terminplanung sind Arbeitsaufgaben verschiedener Berufsgruppen vorgegeben. Diese Arbeitsaufgaben sind für einen Tag sinnvoll zu ordnen und mit Zeiten zu versehen.
Das Szenario Struktogramme trainiert die Exekutivfunktionen "Ordnen und Strukturieren".
Ein Fließtext einhält Informationen zu bestimmten Sachverhalten. Diese Informationen müssen erlesen, strukturiert und in ein Struktogramm einsortiert werden.
Alle Szenarien der Übungen Exekutivfunktionen stehen in 5 Schwierigkeitsgraden zur Verfügung.






